Von Golden bis nach Seattle
Hallo Ihr,
seit unserer letzten Rundmail ist schon wieder einiges passiert, daher gibts mal wieder eine kurze Zusammenfassung des Erlebten.
Nachdem wir die Sportsman Lodge verlassen hatten, wollten wir (ich hatte mich mal durchgesetzt) ne kleine Runde wandern gehen. Da aber leider der Schnee teilweise geschmolzen war, war das Flussbett des Kicking Horse Rivers bei Golden, in dem wir wandern wollten, ziemlich matschig. Daher haben wir die Wanderung (ganz zu Kathas Gunsten) nach 45 min abgebrochen und uns entschieden, direkt nach Vancouver zu fahren. Da das aber knapp 650 km waren, dauerte das aber ganze 8 Stunden, so dass wir gegen 22:00 Uhr wieder bei Stefan vor der Haustür standen. Ich hatte ihm davor per SMS Bescheid gesagt, dass wir früher kommen; dummerweise hat Stefan die SMS aber nicht bekommen. Daher war die Tür dann auch erstmal verschlossen. Katha hatte die Idee, dass wir, wie die letzten Nächte, einfach im Auto in der Tiefgarage pennen könnten. Bis Stefan dann so gegen 01:30 Uhr ausm Kino kam klappte das auch ganz wunderbar. Danach haben wir dann noch etwas gequatscht und sind dann gegen 3 Uhr ins Bett. Leider stand vor dem Haus aber noch ein Polizeifahrzeug, dass uns bis nach 4 Uhr mit dem total nervigen Gejammer seiner Sirene beglückte…
Am übernächsten Tag gings dann weiter in Richtung Vancouver Island. Um 10:45 Uhr kamen wir am Fährstation an und parkten unseren Volvo in der Schlange und hörten noch etwas Musik. Als dann um 12 die Ampel auf grün schaltete und ich das Auto starten wollte, tat sich leider herzlich wenig - die Batterie war wohl nicht mehr die neuste… Aus der Schlange konnte uns leider auch niemand Starthilfe geben, da alle auf die Fähre mussten (wir ja eigentlich auch!!!). Glücklicherweise waren die Mitarbeiter auf solche Situationen vorbereitet und konnten uns mit einer tragbaren Batterie schnell weiterhelfen - und es konnte losgehen. In Vancouver Island wurden wir von Weißkopfseeadlern begrüßt, die alle halbe Stunde über dem Highway zu sehen waren. Von Nanaimo, wo die Fähre anlegte, gings Richtung Tofino. Auf dem Weg dorthin stoppten wir in einem Park, in dem es uralte Bäume (bis zu 800 Jahre) im Regenwald zu sehen gab. Dort haben wir dann auch gleich unter den neidischen Augen der anderen Besucher gekocht und Gnocchi mit Erbsen gefuttern. Auf dem weiteren Weg nach Tofino passierten wir schneebedeckte Berge (1m Schnee auf 200m Höhe), 2 Flüsse und mehrere Seen. Als wir in Tofino ankamen, wars schon ziemlich dunkel. Katha musste im Regen unter der Heckklappe kochen, ich hielt von innen den Regenschirm.
Am nächsten Morgen gings früh raus, da wir eine Waltour machen wollten. Nachdem wir selbige gebucht hatten überbrückten wir die Wartezeit durch den Besuch eines überaus langweiligen Aussichtspunkts. Es gab nicht viel mehr als Bäume und Meer zu sehen - außer einem netten blauen Vogel. Um 12 gings dann auf unser Boot, ein schnittiges Zodiac-Schlauchboot, und von dort aus in Richtung offenes Meer. Auf der zweistündigen Tour sahen wir ca. 30 mal den Rücken oder die Fontäne eines Grauwals, einen Seeotter, Adler, zwei Robben und einen Killerwal. Wir hatten ziemliches Glück, da dieser der erste im Jahr war und sonst auch nur einmal pro Monat einer gesichtet wird. Danach warn wir dann nochmal wandern und haben zwei Wanderpfade zum Meer und zurück absolviert. Dort gabs erneut überall die schönen gelben Blüten des Skunk Cabbage (Stinktierkohl) zu sehen. Da es ziemlich schönes Wetter war, konnten wir am Meer schöne Aussichten genießen. Abends wollten wir zur Abwechslung von der Campingküche mal Essen gehen und hatten uns ein kleines Fischrestaraunt in Ucluelet (ca. 40 km südlich von Tofino) ausgesucht. Leider wurden wir ziemlich enttäuscht, selbst Kathas Pommes waren ziemlich mies.
Tags darauf standen wir recht früh auf, da wir nach der tollen Waltour am vorherigen Tag noch eine Bärentour dranhängen wollten. Beim Organisationsbüro angekommen teilte man uns aber mit, dass Bärentouren nur von Tofino aus stattfinden. Wenn wir uns aber beeilten, dann könnten wir dort noch teilnehmen (es war 08:30 und die Tour ging um 09:00 los). Also nix wie los die 40 km auf der kurvigen Straße zurück nach Tofino und knapp 5 min zu spät schafften wirs aufs Boot. Auf der Tour liefen uns zwei Schwarzbären über den Weg, denen wir uns (vom Wasser aus) auf knapp 15m nähern durften - beeindruckende Tiere. Auf dem Rückweg kamen wir noch an einer Kolonie Harbour Seals (irgendeine Robbenart) vorbei. Nach der Tour besichtigen wir noch einen (mehr oder minder) geheimen Strand, an dem sich wohl die Surfelite von Vancouver Island trifft. Danach gings dann wieder auf direktem Weg zurück nach Vancouver.
Eigentlich wollten wir am nächsten Tag schon weiter nach Seattle, da wir aber in Vancouver noch ziemlich viel zu erledigen hatten, verschoben wir das auf den nächsten Tag. So konnten wir nämlich auch endlich auf einer Driving Range noch ne Runde golfen gehen. Unser Fazit: Im Fernsehen sieht das so einfach aus - der Großteil unserer Bälle flog, wenn wir sie überhaupt trafen, 5-10m weit
Am nächsten Morgen gings früh raus, so dass wir um 8 startklar nach Seattle waren. An der Grenze zur USA mussten wir eine dreiviertel Stunde warten, einige unnötige Fragen (Wem gehört das Fahrzeug? Wer bringt es wieder zurück? etc.) beantworten und durften dann weiter fahren. Kurz vor Seattle kamen wir dann an den bekannten Outletstores vorbei. Dort gibt es Fabrikverkäufe von über 100 Marken wie Levi’s, Nike, Boss, … Katha hat es natürlich besonders gut gefallen, aber auch ich fand das eine oder andere. Vorläufige Bilanz: Sporthose, kurze Jeans, Sportschuhe (Katha), Sporthose, 2 Jeans, Sportschuhe, T-Shirt (ich). Das Zeugs ist dort aber wirklich auch sehr billig, Levi’s Jeans bekommt man schon für $30 (um die 20 EUR). In Seattle angekommen suchten wir uns einen schönen Park am Meer um das schöne Wetter zu genießen (endlich mal wieder über 10 Grad). Danach stellten wir unseren Volvo in einem Wohngebiet ab und fuhren mit dem Bus in die Stadt, wo wir dann lecker thailändisch gegessen haben. Nach nem kurzen Besuch in einer Bar gings dann zurück ins Schlafgemach.
Als wir wieder aufwachten, war das Wetter sogar noch besser als tags zuvor. Auf Empfehlung einer Deutschen, die in Seattle arbeitet, machten wir dann eine Kajak-Tour durch ein Vogelschutzgebiet. Da es mittlerweile über 20°C hatte krempelte ich meine Ärmel um und holte mir so den ersten ordentlichen Sonnenbrand des Jahres 2008 - juchu! Danach fuhren wir noch mit dem Auto eine Küstenstraße entlang und aßen Fish & Chips (ich) und Chips (Katha). Anschließend gings wieder in Richtung Downtown Seattle, wo wir uns eine Bleibe für die Nacht suchten. Stefan kommt ja demnächst auch hierher, daher wäre es im Volvo etwas eng geworden. Jetzt flacken wir noch hier rum, holen dann Stefan vom Bus Depot ab (der erste Bus war leider defekt, so dass er statt um 11 jetzt erst um 1 ankommt - schade) und dann gehts morgen mittag auch schon weiter nach New York, wovon dann wohl der nächste und vermutlich auch letzte Bericht folgen wird.
Bis dahin, viele Grüße,
Tobi und Katha
Zweiter Kanada-Reisebericht von Katha und Tobi
Hallo Ihr,
uns geht es gut und wir entspannen wieder im selben Hotel wie bei der letzten E-Mail. In der Zwischenzeit ist so einiges passiert, wovon wir Euch im Folgenden berichten wollen.
Nachdem wir letzten Montag aus dem Hotel ausgecheckt hatten sind wir zuerst noch in der “Medical Clinic” in Golden vorbeigefahren. Dort durften wir dann insg. über eine Stunde warten, bis sich endlich jemand meinen Fuß anschaute. Wie erwartet gabs aber nicht viel zu tun, so dass wir mit ein paar Pflastern und einer antibakteriellen Salbe (und nicht zu vergessen $70 weniger) die Klinik verließen. Danach gings dann weiter in Richtung unseres nächsten Zieles: Dem “Northern Lights Wolf Centre” ca. 10 km westlich von Golden. Dort leben sechs Wölfe in einem Gehege und die Tierwärterin hat uns viele interessante Details über das Leben (und leider auch Sterben) der Tiere in Kanada und insbesondere in British Columbia erzählt. Danach gings dann weiter durch den Banff’schen Nationalpark in Richtung Jasper. Auf dem Weg dort lag der laut Reiseführer überaus beeindruckende Icefields Parkway - beeindruckend vielleicht im Sommer. Die unzähligen “azurblauen” Seen auf dem Weg konnten wir leider so gut wie nicht vom Boden unterscheiden, da sie alle zugefroren und zugeschneit waren. Grandiose Landschaften gabs zwar schon zu sehen, aber nach 100 km wurde es dann auch mir etwas langweilig. Dooferweise waren auch so gut wie alle Sehenswürdigkeiten und Aussichtspunkte auf dem Weg wegen des vielen Schnees gesperrt… Schade, wir wünschen den nach uns Reisenden jedenfalls mehr Glück als wir es hatten
. Auf halber Strecke entschieden wir uns, unserem Gefährt noch etwas Sprit zu gönnen, da die nächste Tankstelle sagenhafte 153 km weg war - das sind mal Entfernungen… Gegen 19 Uhr kamen wir in Jasper an und haben unser Volvomobil trotz eines “Camping verboten”-Schildes auf einem öffentlichen Parkplatz abgestellt und dort genächtigt.
Auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel Edmonton, der Hauptstadt der Provinz Alberta, steuerten wir zunächst den Maligne Lake an. Kaum abgebogen entdeckte wir einen Elch am Straßenrand und hielten an. Als wir zu ihm liefen, tauchen immer mehr Artgenossen auf. Wir näherten uns weiter und trafen schließlich über 30 Kollegen an und haben Posingfotos gemacht. Besonders lustig waren die “Kackbollen” der Tiere, die wie Geld aus dem Spielautomaten aus ihrem Hintern polterten. Die restliche Fahrt zum Maligne Lake war leider weniger aufregend, auch hier war so gut wie alles zugefroren oder unter einer dicken Schneedecke begraben. Dann gings wieder zurück auf die Hauptstraße Richtung Edmonton, welche noch langweiliger war, da es so gut wie ausschließlich durch endlose Weidelandschaften ging. Kurz vor Edmonton gabs dann wenigstens in der Luft noch was zu sehen: Wildgänse flatterten en masse durch die Gegend. Leider widerstanden sie fast all meinen Versuchen, sie zu fotografieren, in dem sie sich auf Kathas Fahrerseite “versteckten”. In Edmonton angekommen parkten wir frech auf dem Parkplatz einer katholischen Kirche und reinigten durch die Zubereitung einer Zwiebelsuppe aus dem Päckchen die angebrannten Reste des Mittagessens im Topf.
Am nächsten Morgen wollten wir eigentlich früh aufstehen um die West Edmonton Mall - das größte überdachte Einkaufszentrum der Welt - zu erkunden. Es wurde dann zwar etwas später, aber gegen 10 Uhr waren wir schließlich dort. Der Gebäudekomplex hat sage und schreibe 58 Eingänge, 800 Läden, 23 Kinos, 1 Schwimmbad, 1 Eishalle und noch vieles mehr zu bieten - ein Paradies für Katha
Für mich gabs immerhin einen Ferrari und einen Bose-Store mit paradiesischen Kopfhörern. Nachdem ich eine Hose gefunden hatte musste Katha das damit verbundene Angebot “1 Polo-Shirt für $10 in Verbindung mit einer Hose” wahrnehmen und fand nach kurze Suche ein pink-blau gestreiftes und gleich dazu noch ein anderes Kapuzen-T-Shirt. Gegen 14 Uhr fuhren wir dann mit dem Bus zum Royal Alberta Museum, das aus vier separaten Teilen besteht: Eine Austellung über die Pflanzen- und Tierwelt Kanadas, eine über die indianischen Ureinwohner, eine über Dinosaurier und über geologische Phänomene. Alles in allem war es ein sehr interessantes und empfehlenswertes Museum war. Anschließend fuhren wir in die Stadt und aßen dort libanesisch zu Abend. Danach gings wieder zurück zum Auto und auf den Weg in Richtung Calgary, unseres nächsten Zieles. Da es aber schon dunkel wurde, stoppten wir in der Nähe von Red Deer auf einem Feld und errichten dort unser Schlafquartier.
Heute hatten wir viel vor, daher gings relativ früh los. Gegen 12 waren wir in Calgary, wo wir uns direkt zum dortigen Zoo begaben. Der Eingang sah zunächst wenig einladend aus, da er grade renoviert wurde. Innen drin wars dann aber zum Glück ganz anders, es gab sehr viel zu sehen und zusätzlich durfte man sogar sehr nahe an die verschiedenen Tiere heran. Beispielsweise durfte durch eine Schleuse direkt in das Gehege der Schleiereulen und Falken hinein. Weitere Highlights waren natürlich noch die Bären, nachdem wir in freier Wildbahn ja bisher leider immer noch keine gesehen haben. Auch wissen wir mittlerweile, dass die 30 Tiere, die wir bei Jasper gesehen hatten, keine Elche, sondern Rothirsche waren, da sie gleich aussahen wie die im Zoo (Auf Englisch heißen die Tiere Elk, daher die Verwirrung). Danach gings wieder weiter in Richtung Golden bei Kicking Horse, wo wir noch einmal eine Nacht in der Sportsman Lodge verbringen wollten. In Calgary mussten wir uns aber erst noch durch den Feierabendverkehr quälen, danach gings glücklicherweise aber recht zügig voran. In Golden angekommen kauften wir noch schnell das Nötigste ein und fuhren zum Hotel. Dort angekommen erkannte man uns wieder und wir bekamen sogar $10 Rabatt. Wie letztes Mal schon ließen wir es uns im heißen Whirlpool gut gehen (dieses Mal sogar mit ner Dose Bier - was ein Leben) und liegen jetzt entspannt im Bett.
Morgen gehts dann wieder in Richtung in Vancouver, wo wir vermutlich gegen Sonntag nachmittag ankommen werden.
Bis dahin, liebe Grüße,
Katha und Tobi
Reisebericht aus Kanada - Klappe, die erste!
Hallo!
Nachdems ja seit über einem Jahr in meinem Blog ziemlich ruhig zu ging, gibts jetzt endlich mal wieder was neues. Bilder kann ich leider grade keine hochladen, hab keine Zeit. Wird bei Bedarf nachgeholt.
Bis dahin, viel Spaß beim Lesen!
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Die ersten Tage unserer Reise haben wir gut überlebt. Als wir losgefahren sind, hats erstmal von Vancouver bis zu unserer ersten Station nur geregnet. Nach längerer Suche haben wir dann auch endlich einen Waldweg gefunden, wo wir unsere “Zelte” aufschlagen wollten. Da es leider auch schon ziemlich spät war mussten wir bei Dunkelheit kochen. Es gab Pilzsuppe und Nudeln mit Pilzsoße - wie passend! Da mussten wir schon zwischendurch nicht abspülen… Danach mussten wir erst noch unseren ganzen Krempel aus dem Kofferraum auf den Sitzen vorn verteilen und unser Schlafgemach hinten bereiten. Dann haben wir uns dann auch gleich ins Bett verkrochen und dort bei Eiseskälte (geschätzte 5-10 °C unter Null) versucht zu schlafen. Katha hatte leider den eiskalten Schlafsack von Stefan, meiner war etwas mehr für die Pole geeignet, saukalt war’s aber auch mir… Morgens sind wir dann so gegen halb zehn aufgestanden und haben Müsli gefrühstückt - immer noch saukalt.
Danach gings weiter auf dem TCH (Transcanadian Highway) und haben erstmal mit Stefan telefoniert, weil wir leider die “Eintrittskarte” für die Nationalparks in Vancouver vergessen hatten. Aber da sich die Tageseintrittspreise in Grenzen halten sind wir dann nicht zurück gefahren. Weiter gings also in Richtung unseres nächsten Zieles: Kamloops. Auf dem Weg dorthin fuhren wir durch ein schönes Flusstal, welches wir gleich mehrfach durchfuhren, weil wir zuerst eine Sehenswürdigkeit verpasst haben und dann bei einer Rast leider etwas vergessen hatten. Naja, 3x die selbe Strecke hat ja auch ihren Reiz…
Zwischendurch gabs noch einen kleinen Aufreger, als Katha über einen Bahndamm fuhr und fragte, warum denn da die roten Lichter blinken… Als wir grade drüber fuhren gingen dann die Schranken auch schon zu und ca. 3 Sekunden später wärs zu spät gewesen, denn weitere 10 Sekunden später kam der Zug.
Gegen 5 Uhr abends waren wir dann auch bei unserem nächsten Schlafplatz in der Nähe von Kamloops angekommen, wo wir zuvor noch bei Tim Hortons 6 Donuts eingekauft hatten (@ Stefan: Kauf keine braunen “Walnut irgendwas” und keine Honey Cruller, ekelhaft!). Ein unscheinbar aussehender Weg führte vom TCH ins Landesinnere, etwa 200m weg von der Straße parkten wir unser Mobil und kochten. Plötzlich hielt neben uns ein Auto und heraus stieg ein finster dreinblickender Kerl. Der darauffolgende Dialog war sinngemäß wie folgt:
Er: Gehört euch dieses Grundstück?
Tobi: Nein
Er: Aber mir, und euch hat niemand eingeladen.
Tobi: Oh das tut mir sehr leid
Er: Was tut ihr hier?
Tobi: Wir kochen was und fahren dann wieder weiter (Das Auto mit fertig
gerichteter Matratze stand nebenan, aber man muss ja nicht gleich
mit der Tür ins Haus fallen…)
Er: Und dann lasst ihr euren ganzen Müll hier liegen?
Tobi: Nein nein, der ist in der Plastiktüte hier.
…
Nach einigen weiteren, jetzt auch eher freundlicheren Worten wünschte er uns schließlich einen schönen Aufenthalt und brauste davon - wäre auch freundlicher gegangen, aber immerhin… Der Abend verlief dann auch eher ruhig, außer dass es in der Nacht wieder saukalt war, aber das kannten wir ja schon. Katha fands etwas schlimmer, so dass sie mich dreimal aufweckte, damit ich sie wärme…
Am nächsten Morgen gings dann an einem schönen See vorbei durch weite Prärie in Richtung Rocky Mountains. Leider waren so gut wie alle Sehenswürdigkeiten unterwegs geschlossen. Auch die Wege in den Glacier Nationalpark waren leider geschlossen. Dass man in der Nähe eines Nationalparks war, durften wir aber dann doch noch erfahren: An einem Parkplatz neben einem breiten Flussbett hielten wir kurz an um ein Foto zu schießen. Katha wollte wie üblich nicht mit aussteigen, so stieg ich allein die Böschung hinunter, um einen guten Platz zu finden. Unten angekommen dachte ich mir, wie toll es doch wäre, wenn man hier auch noch ein paar Tiere antreffen würde. Und als ich mich umdreh seh ich doch zwei in Seelenruhe grasende Elche ca. 100m weg von mir. Zusammen mit Katha wollten wir uns dann noch etwas näher anschleichen, aber die Viecher hören/sehen wohl ziemlich gut… Etwas weiter überquerte plötzlich ein Rudel Rehe die Straße - auch nicht schlecht. Dann waren wir auch schon in Golden angekommen, die Stadt am Kicking Horse Mountain, wo wir Snowboarden wollten. Da wir dort in einer Jugendherberge Plätze reserviert hatten suchten wir das dort auch erstmal auf. Allerdings mussten wir feststellen, dass es sich dabei eher um ein Obdachlosenwohnheim denn um eine anständige Bleibe handelte. Da es auch noch 29$ pro Nacht gekostet hätte mieteten wir uns dann doch wieder im Volvo ein. Leider wars in der Nacht nochmal kälter (10-15 °C unter Null), aber als Katha dann vor lauter Kälte nen neuen Schlafsack kaufen wollte, kamen wir auf die Idee, dass wir nachts einfach den Motor + Heizung ein paar Minuten laufen lassen könnten. Insgesamt dreimal haben wir das dann auch gemacht. Das hat das ganze etwas erträglicher gemacht, hundekalt wars aber immer noch.
Am nächsten Morgen stand dann Snowboarden aufm Plan, so dass wir uns auf zum Kicking Horse Mountain Resort machten und dort so gegen halb zehn ankamen. Nachdem wir noch schnell für Katha ein Snowboard (für 25$) geliehen hatten (ich hatte das von Stefan), gings auch schon los. Das Wetter war prima, der Schnee war perfekt, außer uns fast niemand auf der Piste, auch Kathas Stiefel haben zum Glück nicht mehr gedrückt - was will man mehr.. Daher ham wir uns dann auch mal in den Funpark verlaufen und ich dachte mir, ich probier mal über so ne Art Bierbank drüberzufahren (Rail für die Insider). Katha hats vorgemacht und es hat wider Erwarten prima geklappt. Ich gleich hinterher, wer hätte es gedacht, leider nicht mit dem gleichen Erfolg. Schön seitlich abgerutscht und mit rechtem Knie und linkem Schienbein oben drauf gelandet - juchu! Das Knie hat etwas weh getan, aber ich konnte weiterfahren. Mittags gönnten wir uns dann ne Pizza im Restaurant, ich natürlich mit viel Fleisch und Katha ne vegetarische - dachten wir… Interessanterweise waren leckere Wurstscheiben drauf verteilt. Das hat Katha dann auch recht schnell festgestellt - wenigstens etwas Rabatt gabs dafür. Nach der Pause durften wir dann noch etwas die grandiosen Pisten genießen bis wir so gegen fünf dann wieder zurück am Auto waren. Dort hab ich mir dann meine Schuhe ausgezogen und festgestellt, dass das Schienbein doch etwas mehr in Mitleidenschaft gezogen worden war: Es hat ordentlich geblutet. Ich war dann kurz bei der Erste-Hilfe-Station, wo die Wunde etwas desinfiziert wurden. Alles wohl halb so wild, zum Doc sollte ich aber doch noch. Als wir dort waren wurde mir eröffnet, dass das erstmal 500$ kosten würde, da es sich um einen Notfall handeln würde und der Arzt erstmal kommen müsste und dann nochmal 100$ dafür, dass er sichs anguckt und dann vermutlich sagt “Passt schon!”. Habs mir dann geschenkt und schau vielleicht morgen mal beim regulären Betrieb vorbei.
Wir hatten uns bereits Tags davor entschieden, die nächste Nacht in nem Hotel zu verbringen. Durch den Tipp eines Einheimischen kamen wir zur “Sportsman Lodge”, von wo wir auch grade diese E-Mail verfassen. Nur 10$ mehr pro Nacht als die Jugendherberge, dafür ein 25m²-Zimmer mit zwei riesigen Betten, Bad und Schwimmbad mit Whirlpool und Rutsche, das lässt sich doch sehen. Wir haben uns dann erstmal anderthalb Stunden im Whirlpool entspannt. Dort erfuhren wir von zwei Ortsansässigen, dass wohl grade ne Kaltfront über Kanada herzieht und es daher so kalt ist - na prima. Jetzt liegen wir endlich mal wieder in nem anständigen Bett und frieren uns nicht den Arsch ab. Und jetzt werden wir wohl hoffentlich mal wieder durchschlafen. Daher jetzt auch
Gute Nacht und auf Wiedersehen aus Kanada,
Katha und Tobi
P.S.: Unser Trip ist noch lange nicht beendet, wir fahren noch eine Woche durch die Gegend. Demnächst stehen Edmonton und Calgary aufm Programm und danach noch Vancouver Island. Dann machen wir noch nen Städtetrip nach Seattle und dann gehts noch für fünf Tage nach New York. Wenns gut läuft, dann schreiben wir wieder.