Die schlammige Flussmündung oder meine Tage sind gezählt.
Moin moin!
Jetzt hab ichs doch mal geschafft mich ein paar Minütchen abzusetzen und somit hab ich endlich Zeit über meine letzten Wochen/Tage in Thailand zu berichten. Nach unserer Rückkehr von Go Samui stand wie schon im zugehörigen Beitrag erwähnt erstmal wieder Arbeit auf dem Plan. Irgendwo muss ja der ganze Urlaub auch reingeschafft werden ;). Am 7. August abends besuchten wir auf Chairats Anraten den Baiyoke Tower um dort ein edles chinesisches Buffet zu genießen. Bei sagenhafter Aussicht gabs eine breite Vielfalt chinesicher und generell fernöstlicher Spezialitäten. Abgesehen davon war die Zeit in Bangkok aber sehr ruhig und es gibt nicht viel zu berichten.
Am darauffolgenden Wochenende haben wir mal wieder Bangkoks Nachtleben erkundet, aber leider hatte ich meine Kamera nicht dabei, so dass es hier keine Beweisfotos vorzuweisen gibt. Ende der nächsten Woche gings dann nach Kuala Lumpur, wohin uns unser guter Freund Kai für fünf Tage eingeladen hatte. Am Flughafen Suvarnabhumi in Bangkok gelang uns noch ein netter Schnappschuss.
Aufgrund Kais Aussagen im Vornherein wussten wir schon, dass wir in Kuala Lumpur nicht in einer JuHe hausen würden. Was uns erwartete übertraf unsere Erwartungen aber um ein Vielfaches
Am Flughafen in KL angekommen fanden wir Kai nach kurzer Suche wie ausgemacht am Meetingpoint B. Nach einem kurzen Telefonat war dann auch Mr. Ruben, unser Chauffeur, zur Stelle um uns zum eine Autostunde entfernten Hotel Westin zu bringen - ungewohnter Luxus für uns zwei Studenten
Aber das sollte erst der Anfang werden. Beim Betreten unserer Executive Suite im Westin stellte sich heraus, dass Kai uns mit seinen Andeutungen über Presidential Suites & Co. nicht veräppelt hatte, wir hatten eine 100qm-Executive Suite zur freien Verfügung… Uns hatte es erstmal die Sprache verschlagen… Normal waren unsere Hotelzimmer in etwa so groß wie das Badezimmer unserer Suite
Im Service inbegriffen war der Zugang zur Club Lounge, in der Zeit zwischen 17 und 19 Uhr Hors D’Oeuvre serviert wurden. Danach machten wir uns auf Kuala Lumpur zu erkunden. Nach einem leckeren und überaus üpiggem Abendessen entschieden wir uns für ein Straßencafe mit intuitivem Namen. Dort ließen wir es uns mit extrem teuren Getränken und einer Shisha gutgehen.
Am nächsten Tag genossen wir zunächst einmal das fantastische Frühstücksbuffet im Westin, dass eine schier unerschöpfliche Vielfalt an Leckereien bot. Ob man nun mehr auf französisches petit-déjeuner stand, lieber die indische Küche bevorzugte, gerne malayisch frühstückte oder einfach nur ein Brötchen mit Marmelade haben wollte, man kam voll und ganz auf seine Kosten. Mit vollem Bauch starteten wir dann “relativ früh” unseren ersten Versuch um Tickets für die Petronas Towers zu ergattern. Diese kosten nichts, allerdings werden die Schalter bereits in aller Herrgottsfrühe von (Zitat eines Einheimischen) “den Arabern” belagert. Infolgedessen waren dann natürlich auch keine Tickets mehr verfügbar… *grmpf* Naja, wir haben dann den Vormittag noch dazu genutzt die vielfältigen Shopping-Angebote rund um die Towers zu besuchen und herausgefunden, woher Singapur die ganzen Verbotschilder importiert… Danach hatte Kai geplant, dass wir den Sunway Lagoon Theme Park besuchen. Hört sich gut an - isses aber nich
Nach einem, wie ich finde, ziemlich saftigem Eintrittspreis betritt man den schlechtesten Erlebnispark, den ich je besucht hatte. Nicht nur, dass jeder Tätigkeit, die nur annähernd Spaß aufkeimen lassen könnte mindestens 5 Regeln entgegen stehen, die versuchen, eben das zu verhindern - nein, ein Großteil der beworbenen Attraktivitäten waren schlicht geschlossen. Und die, die geöffnet waren, wie der Quadparcour im eXXtreme Park waren einfach nur lächerlich: Man durfte hinter einem Führer 10 Minuten auf einer abgesteckten Teerstrecke mit maximal 20 km/h fahren - wirklich eXXtreme… So kam es letztlich, dass wir den meisten Spaß in einem stinknormalen Schwimmbecken mit mittelmäßigen Wellen erleben durften - was ein Armutszeugnis. Daher hier ein klare Empfehlung:
Geht niemals in den Sunway Lagoon Theme Park — es sein denn, ihr steht auf Langeweile
Mit Gruß an Google: no fun boring too expensive waste of time annoying bad ridiculous not recommended
Achja, um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen wurden mir in diesem Park auch noch meine sündhaft teuren (2 EUR) thailändischen Flipflops gestohlen - ich spare mir weitere Kommentare ob dieser Tat. Nach dieser herben Enttäuschung entschieden wir uns zurück zum Hotel zu fahren und den Tag dort am Pool zu genießen. Das war wesentlich aufregender und angenehmer als der Sunway Park. Nix gegen Kai, ihm wurde der Park von malaysischen “Freunden” empfohlen, vielleicht ist ihm dabei der ironische Unterton entgangen
Abends waren wir wieder mal in KL unterwegs und stießen unter anderem auf diese Figur mit dem “interessanten” Emblem auf der Brust. Da Kai uns schon mehrmals von seinen Bowlingerfahrungen erzählt hatte suchten wir danach ein Bowlingcenter auf. Zu Anfangs noch etwas erschrocken durch das exorbitante Gewicht der Kugeln stellten wir uns dann doch recht schnell auf die Herausforderung ein und konnten Kai einmal mehr zeigen “wo dr Bardl dr Moschd hold”, wie man bei uns in Schwaben sagt :> Zusätzlich hats auch noch richtig Spaß gemacht, weshalb wir wohl nun auch in Freiburg mehr oder minder regelmäßig die Kugel schwingen wollen.
Den nächsten Tag haben wir dann etwas ruhiger angehen lassen und hauptsächlich durch Gammeln verbracht — glaube ich zumindest. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich einfach nicht mehr genau weiß, was wir da gemacht haben. Dummerweise hab ich tagsüber auch keine Bilder gemacht, mein elektronisches Gedächtnis ist also auch nutzlos. Abends haben wir jedenfalls zusammen mit Kai das Eye on Malaysia besucht, ein Riesenrad mit teils beeindruckender Sicht über Kuala Lumpur. Nach der vierten Runde hatten wir dann aber eigentlich wieder genug und waren froh, dass wir nach drei weiteren unsere Gondel endlich wieder verlassen durften. Danach zog es uns einmal mehr ins Bowlingcenter, das macht einfach saumäßig Spaß. Allerdings hatten wir etwas unterschätzt, dass die Spielerei mit den schweren Kugeln doch auch körperlichen Tribut fordert. Insofern bewegten wir uns an diesem Abend eher im Stile eines Seniorenteams über die Bahnen…
Für den nächsten Tag war eigentlich Wildwasserrafting angesagt, da uns nach demokratischer Abstimmung der Sinn aber mehr nach ner Urwaldtour stand entschieden wir uns für einen Hiking-Ausflug in den Templer Park. Wir wurden morgens um neun mit nem Bus am Hotel abgeholt und in irgendnen Souvenirladen gekarrt. Nach kurzer Pause gings dann auch mit unseren Privatfahrer los in Richtung Templer Park. Der Fahrer war allerdings eher nervig, trotz demonstrativer Ignoranz unsererseits plauderte er ausgiebig aus dem Nähkästchen seiner vergangenen Bettgeschichten - buaaah. Nach einer qualvollen Stunde kamen wir dann endlich am Park an und hatten das Glück fürderhin von einem der dortigen Parkbediensteten begleitet zu werden. Das Erscheinen diesen Mannes entschädigte uns dann wieder für die erlittenen Qualen. Insgesamt sieben Ebenen mussten wir erklimmen um schließlich zum obersten per Fußweg erreichbaren Wasserfall zu gelangen. Bei über 30° und entsprechender Luftfeuchte nicht ganz ohne - für Europäer… Auch wenn es nicht ganz das war, was wir uns unter Hike vorgestellt hatten so war es doch ein wunderschöner Ausflug mit beeindruckender Natur. Aus unserem Abendessen im KL Tower wurde leider nichts, daher entschieden wir uns spontan für ein nahegelegenes Restaurant, dessen Namen mir leider entfallen ist. Dafür mussten wir uns aber natürlich erstmal ordentlich rausputzen und konnten endlich unsere maßgeschneiderten Anzüge zur Schau stellen (Ja ich weiß, die Krawatte sitzt etwas schief, hab hier kein Photoshop parat und ja, auch die Schuhe passen nicht perfekt
). Unsere Speisen dort waren äußerst vorzüglich, die zugehörigen Preise aber meist jenseits von Gut und Böse. So kostete bspw. die teuerste Flasche Wein auf der Karte unglaubliche 15.000 EUR. Mein Opa würde sagen: “Ha dees isch hald au bloß Wei”. Eine interessante Erfahrung stellte noch die Toilette dieser Lokalität dar, wurde man dort doch von eukalyptusgeschwängerten Luft förmlich instantan in den siebten Frischehimmel befördert
Auf dem Rückweg vom Restaurant konnte ich dann endlich einen weiteren würdigen Kandidaten für die Aufnahme ins Buch “The World’s Dumbest Superlatives” finden.
Unser letzter Tag begann - wie üblich - wieder mit einem dekadenten Frühstück. Darauffolgenden starteten wir unseren zweiten Angriff auf die Petronas Türme. Leider waren auch dieses Mal “die Araber” schneller und wir hätten frühestens um 15 Uhr Einlass bekommen. Dummerweise mussten wir um diese Zeit schon am Flughafen sein und wir müssten diesen Plan leider begraben. Daher begaben wir uns zurück zum Hotel, packten unsere Sachen und genossen unsere letzten gemeinsamen Stunden am Hotelpool. Unser Fahrer Mr. Ruben brachte uns dann wieder standesgemäß zum Flughafen, wo wir uns von unserem Gastgeber verabschiedeten. An dieser Stelle nochmal ein dickes Dankschön an Kai, die fünf Tage in Kuala Lumpur waren einfach spitzenmäßig!!!
Wieder zurück in Bangkok angekommen hatte ich nur noch einen Tag, bis es wieder zurück nach Deutschland ging. Daher bestand der nächste Tag größtenteils daraus mein Gelumpe zusammenzupacken und meine Zimmer in einen bewohnbaren Zustand zu bringen. Marius wollte mich nämlich dort beerben, weil mein Zimmer im Gegensatz zu seinem über eine Klimaanlage verfügt
Abends verabschiedete ich mich dann noch von Chuchart und Malee und den Kollegen, die mir während meiner gesamten Zeit in Thailand sehr ans Herzen gewachsen waren. Vielen Dank auch an Euch, für alles was Ihr für mich getan habt. Dann gings auch schon los zum Suvarnabhumi-Flughafen - allerdings mit massiv “Übergewicht”. Ich durfte einen Koffer bis 20kg und Handgepäck bis 7kg mitnehmen, dabei hatte ich einen Koffer mit knapp 25kg und zwei Rucksäcke mit insg. 20kg. Glücklicherweise kam ich aber durch alle Kontrollstellen durch und konnte meinen Flug nach Dubai antreten. Dort hatte ich 4 Stunden Aufenthalt, währendderer ich verzweifelt versuchte auf den extrem unbequemen Stühlen in der “Quiet Lounge” (Gartenstühle ohne Auflage) zu schlafen. Wirklich geklappt hats nicht, aber wenigstens ging die Zeit rum. Dann gings auch endlich weiter nach Frankfurt, wo ich am 16. August um ca. 13:30 Uhr Ortszeit endlich wieder deutschen Boden unter den Füßen hatte. Noch schnell in den Zug gehüpft konnte ich um 17:00 Uhr in Ulm endlich meine Familie wieder in die Arme nehmen. Zur Feier des Tages speisten wir im Oggenhausener Dorfrestaurant, wo ich mich gleich mal an einem pfundigen Rinderrückensteak zusammen mit einem dunklen Bier gütlich tat. Deutschland - du hast mir gefehlt
Gegen Mitternacht übermannte mich dann doch die Müdigkeit und nach knapp 44 Stunden ohne wirklichen Schlaf entschwand ich ins Reich der Träume.
Mit diesem Blogeintrag ist meine Zeit in Thailand nun also vorbei und der Eintrag hoffentlich ein würdiger Abschluss, sowohl hinsichtlich der Länge als auch der verlinkten Bilder. Ich hoffe Ihr hattet während meiner Zeit dort unten viel Spaß beim Lesen, Bilder gucken und was weiß ich was. Ich werde auch in nächster Zeit hier immer mal wieder was aus meinem Leben zum Besten geben, wahrscheinlich aber nicht in gleichem Umfang und gleicher Frequenz, dafür ist Deutschland einfach zu langweilig
Bis bald, liebe Grüße, Euer
Tobias
P.S.: Für diejenigen, die sich immer noch Fragen, wieso der Titel dieses Eintrags “Die schlammige Flussmündung” enthält: Das ist einfach die wörtliche Übersetzung von Kuala Lumpur. ![]()
am 23. Aug. 2007
Dieser Eintrag hat wirklich mal eine Rekordlänge.
Sehr interessanter Inhalt und wie immer eindrucksvolle Fotos.
Schön, dass Du gesund und munter wieder hier bist.
Ach ja… Anzug und Sportschue kenn ich ansich nur von Cherno Jobatey(haha), aber mit dem(haha) möchtet ihr sicher(haha) nicht verglichen werden(haha).
[das “(haha)” soll aus seinen TV-Zeiten etwas nervige Lache symbolisieren]
LG,
Ben
am 23. Aug. 2007
Yeah… I was certainly wondering what schlammige Flussmündung meant… now I know; nice touch Tobi
And thank you for filling us in on many of your eye-opening adventures in that part of the world for all these whiles. Suzie and I found your annecdotal narrations particularly interesting — partly because we were always arguing with what you may have actually meant with your words (as I am always accused of being ‘Lost in Translation’ *grin*), and partly because we feel certain that a few of the entries will make their way to one of the chapters in your Memoirs… in the distant future, after your stint of completing two full terms in public office (which will definitely make it one of the best sellers!).
Anyway, good to know you are back and safe. Although I don’t think “Deutschland ist einfach zu langweilig” — have you not been reading my blogs? And Chris’ blogs?
Cheers!
]Kai