Die schlammige Flussmündung oder meine Tage sind gezählt.
Moin moin!
Jetzt hab ichs doch mal geschafft mich ein paar Minütchen abzusetzen und somit hab ich endlich Zeit über meine letzten Wochen/Tage in Thailand zu berichten. Nach unserer Rückkehr von Go Samui stand wie schon im zugehörigen Beitrag erwähnt erstmal wieder Arbeit auf dem Plan. Irgendwo muss ja der ganze Urlaub auch reingeschafft werden ;). Am 7. August abends besuchten wir auf Chairats Anraten den Baiyoke Tower um dort ein edles chinesisches Buffet zu genießen. Bei sagenhafter Aussicht gabs eine breite Vielfalt chinesicher und generell fernöstlicher Spezialitäten. Abgesehen davon war die Zeit in Bangkok aber sehr ruhig und es gibt nicht viel zu berichten.
Am darauffolgenden Wochenende haben wir mal wieder Bangkoks Nachtleben erkundet, aber leider hatte ich meine Kamera nicht dabei, so dass es hier keine Beweisfotos vorzuweisen gibt. Ende der nächsten Woche gings dann nach Kuala Lumpur, wohin uns unser guter Freund Kai für fünf Tage eingeladen hatte. Am Flughafen Suvarnabhumi in Bangkok gelang uns noch ein netter Schnappschuss.
Aufgrund Kais Aussagen im Vornherein wussten wir schon, dass wir in Kuala Lumpur nicht in einer JuHe hausen würden. Was uns erwartete übertraf unsere Erwartungen aber um ein Vielfaches
Am Flughafen in KL angekommen fanden wir Kai nach kurzer Suche wie ausgemacht am Meetingpoint B. Nach einem kurzen Telefonat war dann auch Mr. Ruben, unser Chauffeur, zur Stelle um uns zum eine Autostunde entfernten Hotel Westin zu bringen - ungewohnter Luxus für uns zwei Studenten
Aber das sollte erst der Anfang werden. Beim Betreten unserer Executive Suite im Westin stellte sich heraus, dass Kai uns mit seinen Andeutungen über Presidential Suites & Co. nicht veräppelt hatte, wir hatten eine 100qm-Executive Suite zur freien Verfügung… Uns hatte es erstmal die Sprache verschlagen… Normal waren unsere Hotelzimmer in etwa so groß wie das Badezimmer unserer Suite
Im Service inbegriffen war der Zugang zur Club Lounge, in der Zeit zwischen 17 und 19 Uhr Hors D’Oeuvre serviert wurden. Danach machten wir uns auf Kuala Lumpur zu erkunden. Nach einem leckeren und überaus üpiggem Abendessen entschieden wir uns für ein Straßencafe mit intuitivem Namen. Dort ließen wir es uns mit extrem teuren Getränken und einer Shisha gutgehen.
Am nächsten Tag genossen wir zunächst einmal das fantastische Frühstücksbuffet im Westin, dass eine schier unerschöpfliche Vielfalt an Leckereien bot. Ob man nun mehr auf französisches petit-déjeuner stand, lieber die indische Küche bevorzugte, gerne malayisch frühstückte oder einfach nur ein Brötchen mit Marmelade haben wollte, man kam voll und ganz auf seine Kosten. Mit vollem Bauch starteten wir dann “relativ früh” unseren ersten Versuch um Tickets für die Petronas Towers zu ergattern. Diese kosten nichts, allerdings werden die Schalter bereits in aller Herrgottsfrühe von (Zitat eines Einheimischen) “den Arabern” belagert. Infolgedessen waren dann natürlich auch keine Tickets mehr verfügbar… *grmpf* Naja, wir haben dann den Vormittag noch dazu genutzt die vielfältigen Shopping-Angebote rund um die Towers zu besuchen und herausgefunden, woher Singapur die ganzen Verbotschilder importiert… Danach hatte Kai geplant, dass wir den Sunway Lagoon Theme Park besuchen. Hört sich gut an - isses aber nich
Nach einem, wie ich finde, ziemlich saftigem Eintrittspreis betritt man den schlechtesten Erlebnispark, den ich je besucht hatte. Nicht nur, dass jeder Tätigkeit, die nur annähernd Spaß aufkeimen lassen könnte mindestens 5 Regeln entgegen stehen, die versuchen, eben das zu verhindern - nein, ein Großteil der beworbenen Attraktivitäten waren schlicht geschlossen. Und die, die geöffnet waren, wie der Quadparcour im eXXtreme Park waren einfach nur lächerlich: Man durfte hinter einem Führer 10 Minuten auf einer abgesteckten Teerstrecke mit maximal 20 km/h fahren - wirklich eXXtreme… So kam es letztlich, dass wir den meisten Spaß in einem stinknormalen Schwimmbecken mit mittelmäßigen Wellen erleben durften - was ein Armutszeugnis. Daher hier ein klare Empfehlung:
Geht niemals in den Sunway Lagoon Theme Park — es sein denn, ihr steht auf Langeweile
Mit Gruß an Google: no fun boring too expensive waste of time annoying bad ridiculous not recommended
Achja, um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen wurden mir in diesem Park auch noch meine sündhaft teuren (2 EUR) thailändischen Flipflops gestohlen - ich spare mir weitere Kommentare ob dieser Tat. Nach dieser herben Enttäuschung entschieden wir uns zurück zum Hotel zu fahren und den Tag dort am Pool zu genießen. Das war wesentlich aufregender und angenehmer als der Sunway Park. Nix gegen Kai, ihm wurde der Park von malaysischen “Freunden” empfohlen, vielleicht ist ihm dabei der ironische Unterton entgangen
Abends waren wir wieder mal in KL unterwegs und stießen unter anderem auf diese Figur mit dem “interessanten” Emblem auf der Brust. Da Kai uns schon mehrmals von seinen Bowlingerfahrungen erzählt hatte suchten wir danach ein Bowlingcenter auf. Zu Anfangs noch etwas erschrocken durch das exorbitante Gewicht der Kugeln stellten wir uns dann doch recht schnell auf die Herausforderung ein und konnten Kai einmal mehr zeigen “wo dr Bardl dr Moschd hold”, wie man bei uns in Schwaben sagt :> Zusätzlich hats auch noch richtig Spaß gemacht, weshalb wir wohl nun auch in Freiburg mehr oder minder regelmäßig die Kugel schwingen wollen.
Den nächsten Tag haben wir dann etwas ruhiger angehen lassen und hauptsächlich durch Gammeln verbracht — glaube ich zumindest. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich einfach nicht mehr genau weiß, was wir da gemacht haben. Dummerweise hab ich tagsüber auch keine Bilder gemacht, mein elektronisches Gedächtnis ist also auch nutzlos. Abends haben wir jedenfalls zusammen mit Kai das Eye on Malaysia besucht, ein Riesenrad mit teils beeindruckender Sicht über Kuala Lumpur. Nach der vierten Runde hatten wir dann aber eigentlich wieder genug und waren froh, dass wir nach drei weiteren unsere Gondel endlich wieder verlassen durften. Danach zog es uns einmal mehr ins Bowlingcenter, das macht einfach saumäßig Spaß. Allerdings hatten wir etwas unterschätzt, dass die Spielerei mit den schweren Kugeln doch auch körperlichen Tribut fordert. Insofern bewegten wir uns an diesem Abend eher im Stile eines Seniorenteams über die Bahnen…
Für den nächsten Tag war eigentlich Wildwasserrafting angesagt, da uns nach demokratischer Abstimmung der Sinn aber mehr nach ner Urwaldtour stand entschieden wir uns für einen Hiking-Ausflug in den Templer Park. Wir wurden morgens um neun mit nem Bus am Hotel abgeholt und in irgendnen Souvenirladen gekarrt. Nach kurzer Pause gings dann auch mit unseren Privatfahrer los in Richtung Templer Park. Der Fahrer war allerdings eher nervig, trotz demonstrativer Ignoranz unsererseits plauderte er ausgiebig aus dem Nähkästchen seiner vergangenen Bettgeschichten - buaaah. Nach einer qualvollen Stunde kamen wir dann endlich am Park an und hatten das Glück fürderhin von einem der dortigen Parkbediensteten begleitet zu werden. Das Erscheinen diesen Mannes entschädigte uns dann wieder für die erlittenen Qualen. Insgesamt sieben Ebenen mussten wir erklimmen um schließlich zum obersten per Fußweg erreichbaren Wasserfall zu gelangen. Bei über 30° und entsprechender Luftfeuchte nicht ganz ohne - für Europäer… Auch wenn es nicht ganz das war, was wir uns unter Hike vorgestellt hatten so war es doch ein wunderschöner Ausflug mit beeindruckender Natur. Aus unserem Abendessen im KL Tower wurde leider nichts, daher entschieden wir uns spontan für ein nahegelegenes Restaurant, dessen Namen mir leider entfallen ist. Dafür mussten wir uns aber natürlich erstmal ordentlich rausputzen und konnten endlich unsere maßgeschneiderten Anzüge zur Schau stellen (Ja ich weiß, die Krawatte sitzt etwas schief, hab hier kein Photoshop parat und ja, auch die Schuhe passen nicht perfekt
). Unsere Speisen dort waren äußerst vorzüglich, die zugehörigen Preise aber meist jenseits von Gut und Böse. So kostete bspw. die teuerste Flasche Wein auf der Karte unglaubliche 15.000 EUR. Mein Opa würde sagen: “Ha dees isch hald au bloß Wei”. Eine interessante Erfahrung stellte noch die Toilette dieser Lokalität dar, wurde man dort doch von eukalyptusgeschwängerten Luft förmlich instantan in den siebten Frischehimmel befördert
Auf dem Rückweg vom Restaurant konnte ich dann endlich einen weiteren würdigen Kandidaten für die Aufnahme ins Buch “The World’s Dumbest Superlatives” finden.
Unser letzter Tag begann - wie üblich - wieder mit einem dekadenten Frühstück. Darauffolgenden starteten wir unseren zweiten Angriff auf die Petronas Türme. Leider waren auch dieses Mal “die Araber” schneller und wir hätten frühestens um 15 Uhr Einlass bekommen. Dummerweise mussten wir um diese Zeit schon am Flughafen sein und wir müssten diesen Plan leider begraben. Daher begaben wir uns zurück zum Hotel, packten unsere Sachen und genossen unsere letzten gemeinsamen Stunden am Hotelpool. Unser Fahrer Mr. Ruben brachte uns dann wieder standesgemäß zum Flughafen, wo wir uns von unserem Gastgeber verabschiedeten. An dieser Stelle nochmal ein dickes Dankschön an Kai, die fünf Tage in Kuala Lumpur waren einfach spitzenmäßig!!!
Wieder zurück in Bangkok angekommen hatte ich nur noch einen Tag, bis es wieder zurück nach Deutschland ging. Daher bestand der nächste Tag größtenteils daraus mein Gelumpe zusammenzupacken und meine Zimmer in einen bewohnbaren Zustand zu bringen. Marius wollte mich nämlich dort beerben, weil mein Zimmer im Gegensatz zu seinem über eine Klimaanlage verfügt
Abends verabschiedete ich mich dann noch von Chuchart und Malee und den Kollegen, die mir während meiner gesamten Zeit in Thailand sehr ans Herzen gewachsen waren. Vielen Dank auch an Euch, für alles was Ihr für mich getan habt. Dann gings auch schon los zum Suvarnabhumi-Flughafen - allerdings mit massiv “Übergewicht”. Ich durfte einen Koffer bis 20kg und Handgepäck bis 7kg mitnehmen, dabei hatte ich einen Koffer mit knapp 25kg und zwei Rucksäcke mit insg. 20kg. Glücklicherweise kam ich aber durch alle Kontrollstellen durch und konnte meinen Flug nach Dubai antreten. Dort hatte ich 4 Stunden Aufenthalt, währendderer ich verzweifelt versuchte auf den extrem unbequemen Stühlen in der “Quiet Lounge” (Gartenstühle ohne Auflage) zu schlafen. Wirklich geklappt hats nicht, aber wenigstens ging die Zeit rum. Dann gings auch endlich weiter nach Frankfurt, wo ich am 16. August um ca. 13:30 Uhr Ortszeit endlich wieder deutschen Boden unter den Füßen hatte. Noch schnell in den Zug gehüpft konnte ich um 17:00 Uhr in Ulm endlich meine Familie wieder in die Arme nehmen. Zur Feier des Tages speisten wir im Oggenhausener Dorfrestaurant, wo ich mich gleich mal an einem pfundigen Rinderrückensteak zusammen mit einem dunklen Bier gütlich tat. Deutschland - du hast mir gefehlt
Gegen Mitternacht übermannte mich dann doch die Müdigkeit und nach knapp 44 Stunden ohne wirklichen Schlaf entschwand ich ins Reich der Träume.
Mit diesem Blogeintrag ist meine Zeit in Thailand nun also vorbei und der Eintrag hoffentlich ein würdiger Abschluss, sowohl hinsichtlich der Länge als auch der verlinkten Bilder. Ich hoffe Ihr hattet während meiner Zeit dort unten viel Spaß beim Lesen, Bilder gucken und was weiß ich was. Ich werde auch in nächster Zeit hier immer mal wieder was aus meinem Leben zum Besten geben, wahrscheinlich aber nicht in gleichem Umfang und gleicher Frequenz, dafür ist Deutschland einfach zu langweilig
Bis bald, liebe Grüße, Euer
Tobias
P.S.: Für diejenigen, die sich immer noch Fragen, wieso der Titel dieses Eintrags “Die schlammige Flussmündung” enthält: Das ist einfach die wörtliche Übersetzung von Kuala Lumpur. ![]()
Ich bin wieder hier… in meinem Revier…
Griaß Goddle,
Bin mittlerweile wieder auf deutschem Boden angekommen und hab auch schon genüsslich mein erstes Rindersteak vertilgt und dazu ein ordentliches dunkles Bier getrunken - traumhaft
Das aber nur als kurze Statusmeldung um Euch die Zeit bis zum nächsten Blogeintrag, indem ich über meine letzten Wochen in Thailand und unseren Besuch in Kuala Lumpur berichten werden, zu verkürzen.
Bis bald, Euer
Tobias
Go Samui und 30%
Hallo liebe Fangemeinde,
aus der im letzten Blogeintrag angesprochenen Verkürzung der Zeiträume zwischen den Einträgen ist leider nichts geworden, ich bitte vielmals um Entschuldiung dafür. Einige weniger erfreuliche Ereignisse in letzter Zeit und die damit einhergehenden Umstände gaben mir einfach nicht genug Zeit um einen Beitrag in der Qualität zu schreiben, die ihr gewohnt seid… Naja egal, jetzt gibts ja endlich mal wieder was Neues ![]()
In der Nacht vom 12. auf den 13. Juli hatten wir das Glück die Blüte einer Dragon Fruit zu sehen. Diese blüt nur eine einzige Nacht im Jahr und treibt daher natürlich ordentlichen Aufwand. Wie ihr aus dem letzten Eintrag entnehmen könnt is der Marius ja mittlerweile auch hier in Bangkok. Um ihm gleich thailändische Kultur in geballter Form einzutrichtern besuchten wir zusammen mit Chairat am Wochenende die OTOP-Austellung (OTOP ~ One Province, One Product), wo jede Provinz Thailands ihre regionalen Spezialitäten zur Schau stellt und zum Kauf anbietet. Unheimlich viel leckeres Essen und Getränke wie z.B. Litschiwein gabs dort zu probieren. Aber nachdem unsere Bäuche voll waren und uns Männern natürlich nicht sehr viel am Shoppen lag gingen wir danach noch ins Kino. Ich hab mich zum Film Transformers überreden lassen - ein folgenschwerer Fehler, was für ein beknackter Film
Am nächsten Tag haben wir uns ins Bangkoker Nachtleben gestürzt. Leider war der DJ im Laden unserer Wahl etwas - ähm - ruppiger. Knallharte Wechsel von R’n'B zu Deathmetal zu Hiphop zu Techno und wieder R’n'B waren an der Tagesordnung. Naja dafür kauft man Whiskey dort in Literflaschen, war also doch noch ganz lustig ;).
Die Woche über war dann erstmal Arbeit angesagt, daher will ich da auch nicht viel Worte drüber verlieren. Am darauffolgenden Samstag wollten wir (Chairat und ich) Marius den Tempel des Smaragdbuddhas zeigen. Da wir aber leider zu spät dafür waren mieteten wir uns am nahegelegenen Pier ein kleines Boot und ließen uns damit durch den alten Stadtteil Bangkoks namens Thonburi fahren. Ein extremer Kontrast zur anderen Seite Bangkoks, aber dennoch oder gerade deshalb konnte man sehr viele interessante Einblicke gewinnen. Nicht umsonst nennt man Bangkok auch das Venedig Ostasiens. Ich ließ mir sagen, es gäbe dort sogar eine schwimmende Bank - ein kleiner Kahn, der dort in regelmäßigen Abständen seine Runden zieht und den Anwohnern ermöglicht ihre Geldgeschäfte zu tätigen. Zur Sicherheit ist ein Polizeibeamter an Bord. Am Ende der Tour bekamen wir dann doch noch einen Tempel zu sehen und zwar den Wat Arun - Tempel der Morgenröte. Abends waren wir noch zusammen Billardspielen und am nächsten Tag haben wir erstmal ordentlich ausgeschlafen, weil wir nachmittags in den Urlaub nach Go Samui fliegen “mussten”
Dort angekommen haben wir uns dann erstmal eines der Taxen des lokalen Taxikartells geschnappt und uns für 400 Baht zu unserer ca. 10 min entfernten Bungalowsiedlung fahren lassen. (Zum Vergleich: in Bangkok kommt man damit an die 70 km weit, nunja). Wir haben uns also häuslich eingerichtet und sind dann zur Tauchschule gefahren (mit nem gemieten Roller), um unsere Tauchausflüge/Tauchkurs zu buchen. Den restlichen Abend haben wir dann gemütlich ausklingen lassen, gestört wurden wir nur durch die startenden und landenden Flugzeuge, die in ca. 50 m Höhe über unseren Bungalow donnerten. Eben davon wurden wir auch am nächsten Morgen gegen 6:30 Uhr geweckt - fantastisch
Allerdings ganz praktisch für Marius, der wegen seines Tauchkurses eh etwas früher aufstehen musste, ich hab mich hingegen nochmal hingelegt und schön weitergepennt. Da ich den Tag aber nicht nur durch Faulenzen verbringen wollte habe ich mich dann für ne Inseltour mit dem Roller entschlossen. Da es ziemlich bewölkt war hab ich auch auf Sonnencreme verzichtet, welch Weisheit… Davon abgesehen war die Tour aber recht interessant, Go Samui hat nämlich zwei total unterschiedliche Seiten: Die Nord- und Ostseiten sind total vertourifiziert, im Westen und Süden hingegen findet man nur sehr wenige dieser “Artgenossen”.
Am nächsten Tag war dann auch endlich für mich der erste Tauchtag gekommen, es ging zum Sail Rock. Es war super endlich wieder unter Wasser zu sein, wenn auch die Unterwasserwelt nicht ganz so beeindruckend war wie auf der anderen Seite Thailands. Abends waren wir noch etwas mit dem Roller auf der Insel unterwegs. Als wir unseren Roller auftanken wollten, reagierten wir allerdings etwas verdutzt auf die Frage “Red or yellow?“. Nach einem geschulten Blick in unseren Tank entschied sich die Treibstofffachverkäuferin für yellow und wir konnten weiterfahren ![]()
Tags darauf durfte Marius dann endlich auch mit aufs Boot, nachdem sich seine bisherigen Taucherfahrungen auf den Hotelpool beschränkt hatten. Schön wars, aber viel besonderes ham wir nicht gesehen. Achja eine Besonderheit: Clownfische (Nemos für Euch Laien ;)) sind in dieser Gegend ziemlich selten. Um eine Anemone, in der dennoch welche hausten, gab es daher eine Sicherheitszone, die durch ein 4×4 m Quadrat aus Steinen markiert wurde und die man nicht betreten/-schwimmen durfte
Für den Nachmittag hatten wir uns vorgenommen die Go Samui Shooting Range zu besuchen. Dort angekommen hatten wir gleich die Wahl zwischen .45er, .38er, 9mm, AK-74 und nem Schrotgewehr. Wir entschieden uns für die .38er und dann natürlich noch für die AK. Kurz hinter die Absperrung getreteten und schon konnte es losgehen. Wirklich aufregend wars nicht, aber immerhin mal ne Kalashnikov abgefeuert
Aufm Rückweg kamen wir noch an einem Thailändischen Drive-In vorbei, aber seht selbst…
Am nächsten Tag gings dann wieder Tauchen, dieses Mal zum Chumpon Pinnacle, wo man sehr häufig auf Haie trifft. Und tatsächlich, wir hatten Glück: In 25 m Tiefe kreuzten plötzlich 3 ordentliche Schwarzspitzenriffhaie (um die 2 - 2,5m Länge) unsere Wege. Einfach nur faszinierend, wie elegant diese wunderbaren Geschöpfe durchs Wasser gleiten. Leider war das Schauspiel nach kurzer Zeit schon wieder vorbei… Nach dem Tauchen ham wir dann erstmal genüsslich ne ordentliche Runde gepennt. Danach sind wir noch mit ein paar Jungs ausm Pott um die Häuser gezogen. Achja, Marius war inzwischen offiziell Open Water Diver. Daher konnten wir am nächsten Tauchgang endlich zusammen auf die Pirsch gehen. War wieder ganz nett, wir haben unter anderem einige Babymoränen mit 10 cm Länge gesehen, sehr putzig… Zurück in der Tauchschule konnte ich dann endlich mal ein paar Bilder des verspielten Hundes dort schießen. Danach haben wir nochmal gründlich Schlaf reingeholt und waren dann nochmal mit den Jungs vom Vorabend einen trinken.
Am Samstag hatten wir dann vor mit Mopeds die Insel zu erkunden. Dieses mal hab ich wohlweislich zunächst Sonnencreme aufgetragen
Dann gings auch schon los. Da wir die Küstenregion schon recht gut kannten machten wir uns auf ins Inselinnere um dort einen Aussichtspunkt auf dem höchsten Berg der Insel (immerhin 650m) zu erkunden. Dummerweise war die Beschilderung aber so schlecht, dass wir immer wieder auf irgendwelchen verschlammten Straßen landeten. Zwischendurch erspäten unsere Augen dann noch eine verlockende Herausforderung: Eine Hauszufahrt mit mind. 30% Steigung. Da mussten wir hinauf mit unseren Mopeds
Hinauf gings dann auch ganz gut, aber oben angekommen hatte ich leider den Platz zum Umdrehen falsch kalkuliert. Und da ich mich zusätzlich noch etwas ungeschickt am Gashebel hielt blieb mir nichts anderes übrig als genüsslich mit 3km/h in den mit Gebüsch überhäuften Straßengraben zu fahren um mich dort niederzulegen. Sah sicher extrem lächerlich aus
Glücklicherweise hab ich mir bis auf ein paar Schrammen am Bein nicht viel getan und das Moped war auch größtenteils “unverletzt”. Nach dieser kurzen Episode wollten wir dann noch einen Wasserfall besichtigen. Am zugehörigen Parkplatz angekommen geleitete uns ein Schild “Way to Waterfall” den Weg. “Weg” ist allerdings sehr wohlwollen gemeint, man musste sich mehr krabbelnd und kletternd am Flussbett entlang und hindurch bewegen. Einige Passagen wären bei uns gut als Klettersteig durchgegangen. Nach nur knapp 50 min hatten wir auch schon die laut Schild 300 m zum Wasserfall zurückgelegt — jaja, die Thais nehmens nicht so genau mit Längenangaben
Der Wasserfall war letztlich ein brauner Tümpel mit etwas plätscherndem Wasser… Trotz erbitterter Kämpfe mit der Vegetation gelangten wir letztendlich wohlbehalten zu unseren Mopeds
Doch die bei dieser Wanderung erlittenen Qualen sind nicht annähernd mit den Qualen zu vergleichen, die uns täglich durch die Propagandamaschinerie der örtlichen Muay-Thai-Organisation zugefügt wurden. Selbige verstreuen nämlich Horden von motorisierten Lautsprechern über die Insel, die ständig mit dem selben Tonband die “Best of the Best Muay Thai”-Legenden ankündigen. Eine kleine Kostprobe gibts hier. Am nächsten Tag war dann unsere größte Aufgabe noch den demolierten Spiegel an meinem Moped reparieren zu lassen (kostete sagenhafte 180 Baht = 3,50 EUR) und dann die Mopeds zurückzugeben. Danach gings dann zum Flughafen und von dort aus wieder zurück nach Bangkok, wo wir die aktuelle Woche größtenteils mit Arbeiten verbracht haben…
So jetzt habt ihr mal wieder ordentlich was zum Lesen, bis zum nächsten Mal. Liebe Grüße, Euer
Tobias