Hallo Leute,
nach lange Stillschweigen aus mir unbekannten Gründen möchte ich Euch eine weitere Geschichte aus meinem amüsant “verplanten” Leben erzählen.
Sie fängt damit an, dass Simon, ein gute Freund, mich in Bangkok besuchen kam. Simon und ich sind auf eine hoffentlich sympathische Art und Weise chaotisch, um nicht zu sagen “verplant”. Diese Neigung etwas Unordnung zu schaffen, vergisst man allerdings sobald man seinen ersten Fuß in Thailand gesetzt hat. Denn in Thailand im Allgemeinen und Bangkok im Besonderen gibt es in fast allen Lebensbereichen mehr als genug davon; es ist sozusagen das reine Chaos.
Das ist wohl einer der wichtigsten Gründe dafür warum wir uns beide hier so wohl fühlen, denn in diesem Chaos fällt einem das eigenen kaum mehr auf! 
So nun zu der eigentlichen Geschichte und zwar dem munteren Treiben in Ao Nang (östlich von Krabi):
Es waren einmal 2 junge durch und durch verpeilte Zeitgenossen, namentlich Simon und meine Wenigkeit, die es aus zum Tauchen und entspannen nach Ao Nang, süd-westlich von Krabi, aufsuchten. Kaum dort angekommen mieteten wir uns zwei automatikgetriebene 125zgerle um mit diesem spaßigen Untersatz die Gegend unsicher zu machen.
Doch zunächst wollten wir die wunderschöne Unterwasserlandschaft der Adamanischen See näher kennen lernen und begaben uns direkt zu Kontiki, einer lokalen Tauchschule, und buchten unsere Kurse. Am nächsten Tag ging es für mich auch schon los und es stand ein so genannter Supertauchtag an, d.h. 3 Tauchgänge an einem Tag. Der interessanteste davon war eindeutig der Wrackerkundungstauchgang, in dem wir uns die 1997 gesunkene Fähre “King Cruiser” aus der Nähe ansahen. Dabei betrug die Sichtweite ca. 2-3m und man konnte beim abtauchen die Umrisse des Wracks kaum erkennen. Erst als wir uns ihm dann langsam näherten wurde die Silhouette langsam mit Leben gefüllt, was das ganze noch mysteriöser wirkten lies. Ich hatte auch das große Glück, dass in dieser Woche genug Leute Interesse an einem Nachttauchgang anmeldeten und wir alle schließlich eines Abends während des Sonnenunterganges zu Koh Sii aufbrachen. Ein Nachttauchgang bedeutet, dass man abtaucht während die Sonne die letzten Sonnenstrahlen über den Horizont schickt, und unter Wasser mit einer Taschenlampe versucht die nachtaktiven Tiere zu finden und zu beobachten. Das ganze macht “unheimlich” viel Spaß da man z.B. viele Krabben wandern sehen kann oder Moränen sich durchs Wasser schlängeln. Außerdem ist man wirklich nur auf den kleinen Lichtkegel seiner Lampe konzentriert und nicht von der Artenvielfalt erschlagen. Allerdings passierte es mir auch einmal, dass ich unter einen Felsvorhang tauchte und beinahe mit dem Überhang kollidierte. Das tat meinem Entdeckerdrang allerdings keinen Abbruch ;).
Des Nachts, nachdem wir vom Tauchen zurückkamen, sind wir gerne mit den Rollern durch die Gegend gefahren. Apropos Roller; diese unscheinbaren Geräte des Teufels sind zu allerlei Unfug zu gebrauchen, angefangen vom Thailänder verärgern, indem man ihnen die nicht vorhandene Vorfahrt nimmt, bis hin zum Thailänder ärgern, indem man nachts ohne Karte, um die Wette fahrend, durch die Gegend rauscht und dabei in den entlegensten Gegenden die Leute aufweckt. Übrigens, man kann Touristen wie Einheimische am Besten durch irres lautes Schreien gepaart mit einem durch Vollgaßgeben kreischenden Roller aus dem Weg scheuchen ;). Aber so was solltet Ihr, liebe Leser nicht nachmachen, sonst wird das noch ein neuer Trend und das wollen wir doch nicht!:> Die kleinen Roller sind uns mit der Zeit richtig ans Herz gewachsen; so sehr, dass wir sie erst am letzten Tag ein paar Stunden vor dem Flug abgegeben haben.
Auf unseren Nächtlichen Erkundungstouren haben wir die Reisfelder süd-westlich, die Ansätze der Mangrowenwälder nord-westlich, und Stränder, ebenfalls nord-westlich, von Ao Nang besucht. Eines Nachts wollten wir eine Flasche Wein und etwas Käse an einem kleinen Strand, 10 Minuten von unserem Bungalow entfernt, verspeisen. Also fuhren wir wieder laut lachend über die Landstraßen bis wir schließlich in der den Strand umgebenden kleinen Siedlung ankamen. Wir waren mal wieder mit einem kleinen Wettrennen beschäftigt und fuhren mit “gemütlichen” 90 km/h durch die Ortschaft. Mit einem siegessicheren Grinsen quälte ich meinen Roller um eine Linkskurve, welche mich aufgrund der “gemütlichen” Fahrweise in die Mitte der Fahrbahn abdriften lies. Kaum war ich um die Kurve herum musste ich mit Schrecken feststellen, dass die thailändischen Straßenbauer eine gute Portion Humor haben, denn die neue gut geteerte Straße auf der ich gerade fuhr, endete nach ca. 10-15m und in dem sich anschließenden Schotterparkplatz stand eine große Betonsäule in der Mitte der Straße. Der Versuch einer Vollbremsung war vergebens da ich nur weiter auf die Betonsäule zu rutschte und meine “gemütliche” Geschwindigkeit wohl etwas zu hoch war. Vielleicht hat das Fahrsicherheitstraining doch etwas gebracht, denn in letzter Sekunde konnte der Säule mit einem Ausweichsmanöver entkommen. Puh, nochmal Schwein gehabt… ;). Unter großem Gelächter gings es dann den geteerten Fußweg zum Strand hinab, nur um dort nach der Hälfte des Weges abrupt stehenbleiben zu müssen: Die Straßenbaugesellschaft ist konsequent; der Fußweg hörte nach der Hälfte des Weges einfach auf und es gab auch keine Lichtquelle mehr um den Weg erkenntlich zu machen. Davon ließen wir uns nicht abhalten und nutzten das Licht der Kamera um einen Weg auf den Strand zu finden auf welchem wir als Tagesausklang eine Flasche Wein genossen.
Das sollte allerdings nicht das letzte Erlebnis mit den Rollern sein, denn am letzten Abend des letzten Tages wollten wir unsere Roller abgeben bei der Vermieterin abgeben. Doch als wir an ihrem Laden ankommen ist dieser zu. Wir fragten die Ladenbesitzer der umgebenden Läden, doch keiner kannte sie, da sie nicht aus der Gegend kam. Darum konnte uns auch keiner eine Handynummer oder eine Adresse nennen mit Hilfe derer wir die Dame hätten ausfindig machen können. In unserer optimistischen Planung gingen wir von 45 Minuten Fahrt zum Flughafen aus, d.h. wir waren noch 2h20min vom Abflugszeitpunkt enfernt. Das Problem mit dem Ausleihen von Rollern ist, das in Thailand alle Vermieter deinen Reisepass haben wollen. Darum konnte ich unmöglich ohne diesen Abfliegen und Simon hatte nur ein paar Stunden aufenthalt in Bangkok bis zu seinem Weiterflug nach Dubai. Wir wußten auch nicht, ob nicht zumindest er einfach ohne mich zurückfliegen kann, da ich die Flüge gebucht hatte. Der nette Handyladenbesitzer und Ladennachbar hatte dann doch eine Handynummer unter welcher leider niemand erreichbar war. Noch 2h15min. Dem Handyladenbesitzer fiel ein, dass er das Handyguthaben unserer Vermieterin über sein Handy vor kurzem aufgeladen hatte. Da die Nummer nicht mehr in seiner Rufnummernliste war bemühte er seinen Anbieter um eine Rufnummernauflistung. Noch 2h10m. Nach etwas gutem Zureden und etwas Warten hatte er die neue Nummer unserer Vermieterin und rief bei Ihr an. Sie nahm auch prompt ab und versprach uns in spätestens 10-15 min bei ihrem Laden zu sein. Wenn man sich mit Thailändern auf eine Uhrzeit einigt, dann ist es nicht wie bei mir, dass sie auf jeden Fall 15 min zu spät sind; bei Thailändern können daraus gut und gerne mal 30-45 Minuten werden. Noch 2h. Wir wurden langsam ungeduldig und die Dame des Hauses war leider noch nicht eingetroffen. Doch endlich, nach weiteren 5 Minuten kam Sie und gab mir rasch meinen Reisepass zurück. Wir sprangen in den Wagen unseres Fahrers machten ihm verständlich, dass er zügig zum Flughafen fahren sollte. Das ganze war zwar nur ein Inlandsflug doch auch diese Schalten schließen ca. 1h vor dem Abflug. Wir hatten noch 1h50min Zeit und hofften, dass es keinen Stau geben würde. Schließlich kamen wir am Flughafen an und es war noch 1h5min bis zum Abflug. Wir hetzten durch den Eingang und suchten unseren Schalter und … er hatte noch offen… phew! Wir checkten 3 Minuten vor dem Schließen des Schalters ein.
Das war der Auschnitt aus einem ganz normalen Urlaub von Simon und mir. Er mag chaotisch, verplant, verrückt, spontan und von irrationalem Verhalten geprägt sein, aber genau das macht ihn doch so unterhaltsam und erfrischend!














P.S. Simon hat meine Warnungen betreffend der intensiven Sonne nicht ganz so ernst genommen und kam so rot gebrannt am Abend des ersten Tages vom Strand. Ich habe mir das “Ich habs doch gesagt” gespart und bin einfach nur noch in Gelächter ausgebrochen. Simon nimms nicht böse, das war einfach ein Bild für die Götter!
P.P.S. Liebe Monika, nun habe ich dich so lange nicht vom Arbeiten abgehalten, da hast du hoffentlich schon große Fortschritte mit deiner Diplomarbeit gemacht!
P.P.P.S. Danke an Marco und Tobias für die Pornobrillen, welche sich hervorragend als Fliegenfänger beim Rollerfahren eignen!
P.P.P.P.S. An Tobias und Khaireel: Ich war doch noch raften und es macht Laune!